Neue Schuhe, Klassenfahrt, eigenes Zimmer: Gerade wenn Kinder älter werden, steigen die Kosten im Alltag spürbar – und genau hier plant die Bundespolitik den Rotstift anzusetzen. Im Entwurf für den Bundeshaushalts 2027 stehen massive Kürzungen beim Unterhaltsvorschuss im Raum. Für Alleinerziehende, die ohnehin schon die komplette Verantwortung tragen, ist das ein fataler Signalfehler. Als Stiftung Alltagsheld:innen stellen wir uns klar gegen diese Pläne: Im Vorfeld der entscheidenden Bereinigungssitzung am 12. November unterstützen wir den offenen Brief von 24 Verbänden und fordern von der Bundesregierung verlässlichen Rückhalt statt neuer Sparmaßnahmen auf dem Rücken von Ein-Eltern-Familien.
Worum geht es?
Im Entwurf für den Bundeshaushalt 2027 ist vorgesehen, die Mittel für den Unterhaltsvorschuss um 400 Millionen Euro zu kürzen. Dass die ursprünglich geplante komplette Streichung für alle 16- und 17-Jährige vorerst vom Tisch ist, ist ein wichtiger Etappensieg. Doch die stattdessen geplanten Einkommensgrenzen bedrohen weiterhin viele alleinerziehende Mütter und Väter, die ohnehin schon mit hohen Lebenshaltungskosten kämpfen.
Konkret geht es um einen Verlust von 227 bis 394 Euro pro Monat pro Kind – eine Summe, die ein tiefes Loch in jede Haushaltskasse reißt. Für betroffene Familien bedeutet das Verzicht: Verzicht auf gesunde Lebensmittel, auf neue Kleidung, auf die Mitgliedschaft im Sportverein oder den Musikunterricht. Das drängt Ein-Eltern-Familien direkt ins Armutsrisiko.
Ein-Eltern-Familien stehen unter Dauerbelastung
Entgegen vieler Klischees arbeiten alleinerziehende Mütter in Deutschland mit 39 Prozent bereits deutlich häufiger in Vollzeit als Mütter in Paarfamilien (31 Prozent), bei den Vätern sind es sogar noch mehr. Dennoch schützt Vollzeitarbeit Alleinerziehende, besonders in Ballungsräumen, oft nicht vor Armut – das Budget reicht schlichtweg kaum für das, was im Alltag dringend benötigt wird.
Kernforderungen an die Bundespolitik
Gemeinsam mit dem breiten Bündnis um den Verband alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV) schließt sich deshalb die Stiftung Alltagsheld:innen folgenden Forderungen an:
- Keine Kürzungen beim Unterhaltsvorschuss durch Alters- oder Einkommensgrenzen.
- Umsetzung des Koalitionsvertrags: Eine nur noch hälftige Anrechnung des Kindergeldes auf den Unterhaltsvorschuss.
- Konsequente Durchsetzung der Unterhaltspflicht gegenüber säumigen Unterhaltszahlern.
Am 12. November 2026 berät und beschließt der Haushaltsausschuss des Bundestages den finalen Haushaltsentwurf. Es besteht dringender Handlungsbedarf, diese Fehlplanung noch rechtzeitig zu korrigieren!
📄 Jetzt den vollständigen Offenen Brief lesen:
https://vamv.de/de/aktuelles/offener-brief-unterhaltsvorschuss-starken-statt-kurzen/
Bildnachweis: KI-Produkt von Gemini